Geplante Erstaufführungen in den nächsten Wochen:

voraussichtlich ab Mittwoch 18.12.
Star Wars: The Rise of Skywalker (engl. OV in 2D)
voraussichtlich ab Donnerstag 19.12.
Human Nature - Die CRISPR Revolution
Einsam zweisam
The Farewell
The Peanut Butter Falcon
voraussichtlich ab Mittwoch 25.12.
Als Hitler das rosa Kaninchen stahl
voraussichtlich ab Donnerstag 26.12.
Pavarotti
Der geheime Roman des Monsieur Pick
Die Sehnsucht der Schwestern Gusmão
Buñuel im Labyrinth der Schildkröten
7500
voraussichtlich ab Donnerstag 16.1.
Der marktgerechte Mensch
voraussichtlich ab Donnerstag 6.2.
Intrige

Voraussichtlich ab Mittwoch 18.12.

Star Wars: The Rise of Skywalker (engl. OV in 2D)

Sowohl alte als auch neue Gesichter kommen für diesen letzten Teil der Skywalker-Saga zusammen. Wieder zu sehen sind unter anderem Daisy Ridley, Adam Driver, John Boyega, Oscar Isaac, Lupita Nyong o, Domhnall Gleeson, Kelly Marie Tran, Joonas Suotamo und Billie Lourd.

Neu hinzu kommen in Episode IX Naomi Ackie, Richard E. Grant, Keri Russell, Matt Smith und Dominic Monaghan. Verstärkung erhalten sie von den Star Wars Veteranen Mark Hamill, Anthony Daniels und Billy Dee Williams, der erneut in seine Rolle als Lando Calrissian schlüpft.

Leia Organa wird erneut von Carrie Fisher verkörpert indem bisher unveröffentlichtes Material verwendet wird, das für "Star Wars: Das Erwachen der Macht" gedreht wurde. "Wir haben Carrie Fisher verehrt", sagt Abrams. "Einen überzeugenden Abschluss der Skywalker-Saga ohne sie zu finden, war uns nicht möglich. Eine Umbesetzung oder der Einsatz einer computeranimierten Figur stand nie zur Diskussion. Mit der Unterstützung und dem Segen ihrer Tochter Billie haben wir einen Weg gefunden, Carries Vermächtnis und ihre Rolle als Leia in "Star Wars: Das Erwachen der Macht" in Ehren zu halten, indem wir unveröffentlichtes, für Episode VII gedrehtes Material verwenden."

USA 2019
Regie: J.J. Abrams
Darsteller: Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac
ca. 150 Minuten
ab 12 Jahren beantragt


Voraussichtlich ab Donnerstag 19.12.

Human Nature - Die CRISPR Revolution

Human Nature ist ein Film über einen der größten wissenschaftlichen Durchbrüche des 21. Jahrhunderts - CRISPR. Extrahiert aus bakteriellen Immunsystemen ermöglicht die Genschere CRISPR-CAS9 in den Händen bahnbrechender Wissenschaftler heute eine nie dagewesene Kontrolle über die grundsätzlichsten Bausteine des Lebens. So öffnen sich Wege, um Krankheiten zu heilen, die gesamte Biosphäre umzugestalten und letztlich auch unsere eigenen Kinder zu designen. Die Setzung ethischer Grenzen hinkt diesem rasanten Fortschritt hinterher.

Human Nature vermittelt die Grundlagen der Genomforschung und ermöglicht so eine nachdenkliche Erkundung der weitreichenden Implikationen dieser revolutionären Technologie. In eingängigen Animationen zur Genetik und fesselnden Interviews mit renommierten Expert*innen betrachtet der Film die Standpunkte der Wissenschaftler*innen, die CRISPR entdeckten, der Familien, die von ihren Möglichkeiten betroffen sind, der Bioingenieur*innen, die mit ihr an die Grenzen des wissenschaftlich Möglichen gehen und auch der Firmen, die die Genschere ungeachtet der ungeklärten ethischen Fragen bereits gewinnbringend einsetzen.

Wie wird diese neue Macht aber die menschliche Beziehung zur Natur verändern?

Was bedeutet sie für die menschliche Evolution?

Wie weit darf Forschung gehen?

Um dringend notwendige Antworten auf solch komplexe Fragen zu finden, nimmt Human Nature seine Zuschauer mit auf eine Reise von der entferntesten, menschlichen Vergangenheit bis hin zu ebenso spektakulären wie fragwürdigen Prognosen einer ungeklärten Zukunft. Denn ob es uns gefällt oder nicht: diese Zukunft ist bereits in vollem Gange.

Dokumentarfilm
USA 2019
Regie: Adam Bolt
98 Minuten
ab 6 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 19.12.

Einsam zweisam

Was geschieht eigentlich vor einer klassischen Leinwand-Liebesgeschichte? Regisseur Cédric Klapisch gibt mit seiner gleichermaßen charmanten wie durch und durch melancholischen Anti-Romanze die erhellende Antwort.

Rémy (François Civil) ist dreißig Jahre alt und Single. Gerade hat er andere Probleme als sein brachliegendes Beziehungsleben. Auf der Arbeit wurden außer ihm alle entlassen. In seinem neuen Job findet er sich nur mühsam zurecht. Und die ihm kürzlich zugelaufene Katze hat sich ebenfalls schneller von ihm verabschiedet, als es ihm lieb war. Seit einem Schwächeanfall in der Bahn geht er regelmäßig zu einem Psychotherapeuten, von dem er sich erhofft, seinem niedergeschlagenen Gemütszustand auf den Grund zu gehen. Ganz ähnlich ergeht es nur ein Haus weiter der ebenfalls dreißigjährigen Mélanie (Ana Girardot). Sie trauert einer unglücklichen Beziehung hinterher, leidet unter Schlaflosigkeit und fühlt sich generell von ihrem Umfeld missverstanden. Zwei Menschen in Paris, beide mit sich und ihrem Leben unzufrieden und obwohl sie sich stets näher sind als gedacht, finden sie einfach nicht zueinander...

Wenn sich im Kino zwei Menschen ineinander verlieben, dann tun sie das in der Regel ganz am Anfang des Films. Doch was geschieht eigentlich in der Phase davor? Genau diesem Abschnitt widmet sich nun Cédric Klapisch und zeigt gerade mithilfe solcher Szenen, in denen sich seine Hauptfiguren immer wieder beinahe begegnen, dass Rémy und Mélanie einfach noch überhaupt nicht dafür bereit sind, sich auf jemand Neues in ihrem Leben einzulassen. Der Film besteht lange Zeit aus zwei für sich stehenden Porträts. Sowohl sie als auch er müssen erst einmal bis in die Gegenwart geschleppte Probleme der Vergangenheit bewältigen, um sich für die Zukunft freizumachen. Der Film steuert zwar nicht auf einen spektakulären Twist zu. Trotzdem ist es spannend zu entdecken, wie sich bei Rémy und Mélanie nach und nach ebenjene Dinge herauskristallisieren, die ihnen der Abschluss mit Vergangenem so schwer macht. „Einsam zweisam“ erzählt die Geschichte vor der Lovestory und ist ganz nebenbei auch noch ein Porträt über eine in Überfluss und Hektik lebende Generation aus Beziehungsneurotikern, die sich am Ende doch eigentlich nur nach einem Happy End sehnen.

Frankreich/Belgien 2019
Regie: Cédric Klapisch
Darsteller: François Civil, Ana Girardot, Camille Cottin, François Berléand, Simon Abkarian, Eye Haidara, Pierre Niney
101 Minuten
ab 6 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 19.12.

The Farewell

Eine erfolglose New Yorker Schriftstellerin reist zu ihrer Familie nach China, um sich von ihrer todkranken Großmutter zu verabschieden. humorvolle, lebensnahe Geschichte ohne Albernheit und aufgesetzte Gags

Als Billi erfährt, dass ihre Eltern für die Hochzeit eines Cousins, den kaum jemand kennt, die weite Reise in ihre alte Heimat China antreten wollen, wittert sie sofort Unheil. Und richtig: Bald erfährt sie, dass die Hochzeit nur ein Vorwand ist, denn in Wahrheit ist bei Billis Großmutter Lungenkrebs diagnostiziert worden, im letzten Stadium, es bleiben ihr nur noch wenige Wochen. Nach alter chinesischer Tradition soll sie davon nichts erfahren, weshalb die Hochzeit als Gelegenheit zum möglichst unauffälligen Abschied nehmen gewählt wurde. Billi ist doppelt getroffen: einmal aufgrund der Tatsache, dass ihre geliebte NaiNai (Oma) todkrank ist, aber auch wegen der offenkundigen Lüge, die ihr von der gesamten Familie aufgetischt wird. Weil die sensible Billi bekanntlich ihre Gefühle nicht verheimlichen kann, sollte sie besser nicht zur Hochzeit fliegen. Zudem ist sie als Schriftstellerin, der gerade ein Stipendium abgelehnt wurde, nicht auf Rosen gebettet. Trotzdem wird sie zum Überraschungsgast der Familie in China...

„Basierend auf einer wahren Lüge“ ist das Motto der warmherzigen Geschichte, eine hübsche und originelle Interpretation des bekannten Film-Intros, mit dem normalerweise der Wahrheitsgehalt einer Story belegt werden soll. Tatsächlich greift Lulu Wang für den Film auf ihre eigene Biografie zurück, und Billi ist ihr Alter Ego. Schon der Plot zeigt das Komödienpotenzial: Hier prallen Weltbilder, Kulturen und Generationen aufeinander, und Lulu Wang macht daraus eine sowohl lebensnahe als auch lebensbejahende Handlung mit viel Humor und angemessener Situationskomik. Dabei bleibt sie im Ton ernsthaft, sie nimmt ihre Charaktere ernst, kommt also ohne aufgesetzte Gags oder Flachwitze aus. Prinzipiell geht es tatsächlich um das Abschiednehmen – nicht nur von einer Person, sondern auch von der Kindheit. Der Abschied von geliebten Menschen ist eine Prüfung, die früher oder später jeder bestehen muss. Ein Film wie dieser mit so viel Humor, Herzenswärme und Liebe zum Detail bietet dafür die beste Inspiration.

USA 2019
Buch und Regie: Lulu Wang
Darsteller: Awkwafina, Tzi Ma, Jim Liu, Gil Perez-Abraham, Ines Laimins
100 Minuten
ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab Donnerstag 19.12.

The Peanut Butter Falcon

Ein Ausgebüxter mit Down-Syndrom und ein Fischer mit Schuldgefühlen schließen sich unfreiwillig zusammen. Amüsante Feelgood-Geschichte um Freundschaft und um Träume. An solchen Buddys hätte gewiss auch Mark Twain seine Freude gehabt

"Wie lautet die erste Regel?" - "Party!". Das hatte sich Tyler (Shia LaBoeuf) etwas anders gedacht. Als erste Regel schärfte er seinem neuen Kumpel ein: „Sei mir kein Klotz am Bein!“, schließlich sind ihm zwei wütende Fischer auf den Fersen. Zak (Zack Gottsagen), ein 22-Jähriger mit Down-Syndrom, lässt sich von seltsamen Regeln freilich kaum beeindrucken, er lebt gern in seiner eigenen Welt. Dort steht seine Geburtstagsparty ganz oben. Dicht gefolgt vom Traum, ein Profi-Wrestler zu werden, so wie sein großes Vorbild „The Salt Water Redneck“, dessen Kämpfe er allesamt aus Videos kennt. Einmal Held sein, das wäre für Zak eine neue Erfahrung. Seine Familie hat das behinderte Kind früh abgeschoben. Die Behörden verwahren ihn in einem Altersheim mit vergitterten Fenstern, Pfleger nennen ihn Vollidiot. Allein Betreuerin Eleanor (Dakota Johnson) zeigt Einfühlungsvermögen. Opa Carl (Bruce Dern) kann das Leid seines jungen Zimmergenossen nicht länger ansehen und verhilft ihm zur Flucht. Lediglich mit einer großen, weißen Unterhose bekleidet, macht Zak sich in der Nacht davon und findet im Boot von Fischer Tyler ein spontanes Versteck....

Von „Unser Walter“ über „Am achten Tag“ bis zu „Glee“ standen Darsteller mit Down Syndrom mehrfach erfolgreich vor der Kamera. Zack Gottsagen setzt diese Tradition erfolgreich fort. Und lässt mit seinem unbekümmerten, gleichwohl ernsthaften Spiel seinen Partner Shia LaBeouf zu Hochform auslaufen. Dem Regie- und Autoren Duo Tyler Nilson und Michael Schwartz gelingt mit seinem Kinodebüt ein veritabler Coup. Sie erzählen ihre warmherzige Tragikomödie ohne überflüssige Kitsch-Kalorien, dafür mit viel Empathie für ihre Figuren. Die emotionalen Momente gelingen plausibel, etwa wenn der 22-Jährige von den schlechten Erfahrungen und Diskriminierungen in seinem Leben erzählt. Das bewegende Buddy-Abenteuer erweist sich als amüsantes Feelgood-Movie, das stets die richtigen Töne trifft. Eine schöne Bescherung, nicht nur zu Weihnachten. Wie Zak sagen würde: „Party!“.

USA 2019
Regie: Tyler Nilson, Michael Schwartz
Darsteller: Shia LaBeouf, Zack Gottsagen, Dakota Johnson, Bruce Dern, John Hawkes, Jon Bernthal
97 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Mittwoch 25.12.

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

Eine berührende Geschichte über Zusammenhalt, Zuversicht und darüber, was es heißt, eine Familie zu sein - einfühlsam inszeniert von Erfolgsregisseurin Caroline Link.

Berlin, 1933: Anna ist erst neun Jahre alt, als sich ihr Leben von Grund auf ändert: Um den Nazis zu entkommen, muss ihr Vater nach Zürich fliehen; seine Familie folgt ihm kurze Zeit später. Anna lässt alles zurück, auch ihr geliebtes rosa Stoffkaninchen, und muss sich in der Fremde einem neuen Leben voller Herausforderungen und Entbehrungen stellen.

Genau ein Jahr nach dem großen Erfolg von „Der Junge muss an die frische Luft“, der in Deutschland mehr als 3,5 Millionen Kinozuschauer begeisterte, präsentiert Caroline Link mit „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ erneut einen Weihnachtsfilm für die ganze Familie und eine wahre Geschichte über Abschied, familiären Zusammenhalt und Zuversicht. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman-Bestseller von Judith Kerr. Die 9-jährige Protagonistin Anna wird gespielt von der Newcomerin Riva Krymalowski, Marinus Hohmann („Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier“, „Willkommen bei den Hartmanns“) ist ihr Bruder Max. Für die Rollen der Eltern konnten Carla Juri („Intrigo – In Liebe Agnes“, „Feuchtgebiete“, „Blade Runner 2049“) und Oliver Masucci („Dark“, „Werk ohne Autor“, „4 Blocks“) gewonnen werden. An ihrer Seite spielen Justus von Dohnányi („Der Vorname“, „Im Schatten der Angst“) als Onkel Julius sowie Ursula Werner („Hanna“, „Der Junge muss an die frische Luft“) als Haushälterin Heimpi. Das Drehbuch schrieben Oscar®-Preisträgerin Caroline Link und Anna Brüggemann, in Zusammenarbeit mit Michael Gutmann. Kamera führte Bella Halben.

Deutschland / Schweiz 2019
Regie: Caroline Link
Darsteller: Riva Krymalowski, Oliver Masucci, Carla Juri
119 Minuten
ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab Donnerstag 26.12.

Pavarotti

Wie kein Zweiter brachte der legendäre italienische Tenor den Menschen die Magie der Oper nahe. Regisseur und Oscar-Gewinner Ron Howard setzt dem charismatischen Künstler ein großartiges, filmisches Denkmal, das nicht nur Opernfans begeistern wird.

„Der Sound wird die Zuschauer umhauen“, verkündet Hollywood-Regisseur Ron Howard vollmundig, „denn er trifft mitten ins Herz“. Und tatsächlich schafft es seine einzigartige Doku mithilfe moderner Technik den unverfälschtem Klang eines Live-Erlebnis zu vermitteln. Gleichzeitig gelingt dem Oscar-Preisträger der Drahtseilakt Pavarotti-Fans und Opernlaien gleichermaßen zu begeistern. War doch für den legendären Künstler aus einfachen Verhältnissen die Oper Volksmusik, weil sie die Schönheit und das Chaos des Lebens spiegelt. Von klein auf galt die Oper für den Sohn eines Bäckers aus Modena als Populärkultur. Und so weigerte er sich standhaft elitäre Grenzen einzuhalten. Selbst als er für seine „Crossover-Auftritte“ mit Rock- und Popstars harsche Kritik der Puristen einheimste. Getragen von großen Arien strukturiert Ron Howard den elektrisierenden Film wie eine Oper in drei Akten. Der erste zeigt seinen Aufstieg vom Volksschullehrer zum gefeierten Opernstar. Immer wieder verblüfft dabei die emotionale Tiefe, wenn in ergreifenden Nahaufnahmen der Zuschauer dem charismatischen Tenor beim Singen in die Augen blickt.

Eines der Highlights ist freilich der erste Auftritt der „Drei Tenöre“ in Rom. Und es klingt absolut glaubhaft, wenn José Carrera im Interview versichert, dass zwischen ihnen keine verbissene Konkurrenz herrschte, sondern wirkliche Freundschaft. Doch auch die menschliche Seite des legendären Künstlers kommt in dem intimen Porträt nicht zu kurz. Und last but not least erklärt sich Pavarottis unbändige, ansteckende Lebensfreude auch aufgrund seiner eigenen Kriegserfahrungen. Nachdem er als Junge tagelang in einem Lazarett im Koma lag, empfand er danach jeden Augenblick als kostbar. Diesen Schlüssel zum Glück versucht seine Musik weiterzugeben. „Genieße, was du tust“, war sein Motto, so seine Witwe Nicoletta Mantoviani. Und so ist die grandiose Doku über das Phänomen Pavarotti wahrhaftig ein leidenschaftlicher Genuss für alle Sinne, wie geschaffen fürs Kino.

Dokumentarfilm
USA, Großbritannien 2019
Regie: Ron Howard
Darsteller: Luciano Pavarotti
114 Minuten
ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab Donnerstag 26.12.

Der geheime Roman des Monsieur Pick

Als eine ehrgeizige, junge Verlagslektorin ein unveröffentlichtes Manuskript entdeckt, das zum Bestseller wird, wittert ein misstrauischer Literaturkritiker Betrug. Die Komödie mit einem zur Hochform aufspielenden Fabrice Luchini

Auf einer Insel in der Bretagne liegt die geheimnisvolle Bibliothek der zurückgewiesenen Bücher. Hier entdeckt die junge Verlegerin Daphné ein großartiges Manuskript und beschließt, es zu publizieren. Der Roman wird sofort zum Bestseller. Doch der Autor Henri Pick, ein bretonischer Pizzabäcker, ist seit zwei Jahren tot. Seine Witwe kann sich nicht erinnern, ihn jemals schreiben gesehen zu haben – außer wenn es um den Einkaufszettel ging. Der berühmte Literaturkritiker Jean-Michel ist überzeugt, dass Betrüger am Werk sind. Er macht es sich zur Aufgabe, ans Tageslicht zu bringen, wer den Roman wirklich geschrieben hat. Um nichts weniger geht es ihm als die Verteidigung der Literatur. Zwischen Pizzateig und Paradoxa begibt sich Jean-Michel auf Spurensuche. Doch sein detektivischer Eifer bleibt nicht folgenlos...

Ganz eindeutig: Hier wird die Verlagsbranche und der Hype um Autoren auf die Schippe genommen. Es genügt nicht, so die These des Films, literarische Qualität zu produzieren, sondern das, was eigentlich zählt, ist die originelle und möglichst emotionale Geschichte dahinter. Ein Romanerstling, geschrieben von einem einfachen Menschen ohne Vorbildung, der nie eine Neigung zum Schreiben hatte und von dem man bisher nur die eine oder andere Postkarte und ein paar Einkaufszettel kannte, ist für den Verlag der ganz große Wurf. Dass der Betreffende mittlerweile verstorben ist, gibt dem Ganzen noch den letzten Pfiff. Die Ermittlungen inklusive einiger kleiner Fallen und falscher Spuren sind dann letztlich doch nicht so wichtig, sondern es regiert das Amüsement. Die Handlung zeigt dann dennoch ein paar hübsche Wendungen und eine Lösung, die für professionelle Krimifans wenig überraschend daherkommt, aber die flotte Komödie zu einem angemessenen Schluss führt. Die herrliche Landschaft der Bretagne, ein paar originelle Nebenfiguren, unter anderem Hanna Schygulla, und ein inspirierter Soundtrack machen das leichtfüßige Vergnügen komplett.

Frankreich 2018
Regie: Rémi Bezançon
Darsteller: Fabrice Luchini, Camille Cottin, Alice Isaaz, Hanna Schygulla
111 Minuten
ohne Altersbeschränkung


Voraussichtlich ab Donnerstag 26.12.

Die Sehnsucht der Schwestern Gusmão

Im Brasilien der 1950er Jahre werden zwei unzertrennliche Schwestern brutal getrennt. Hinter der historischen Kulisse der scharfsinnigen Romanverfilmung scheint der Traum eines von Gerechtigkeit, Gleichheit und Diversität bestimmten Brasiliens hervor.

Rio de Janeiro, 1950. Trotz aller Unterschiede sind die beiden Schwestern Eurídice und Guida unzertrennlich. Während Eurídice von einer Karriere als Pianistin träumt, ist Guida vor allem in die Liebe verliebt. Als sie mit einem Matrosen durchbrennt, beginnt sie ihrer Schwestern sehnsuchtsvolle Briefe zu schreiben, die diese jedoch nie erreichen. Denn alle Versuche der Kontaktaufnahme werden von den Eltern unterbunden, auch als die Schwestern wieder in einer Stadt leben.

Eine äußerst bewegende Geschichte präsentiert Regisseur Karim Aïnouz in seinem fast zweieinhalbstündigen Film. Inspiriert vom Roman „Die vielen Talente der Schwestern Gusmão” von Martha Batalha nimmt er den Zuschauer mit in die frühen 1950er-Jahre nach Rio de Janeiro und schildert in eindringlichen Bildern und atmosphärischen Tönen jene Zeit, in der Frauen als reine Gebärmaschinen sowie zuhause an Heim und Herd zur Verfügung stehen mussten. Eine Auflehnung gegen die konservativen Werte wurde oft hart bestraft. Ein Schicksal, das den Protagonistinnen in Aïnouz‘ Film widerfährt: Guida wird vom Vater verstoßen, Eurídice kann sich nur schwer gegen ihren Mann durchsetzen, der sie vom Klavierspiel abbringen möchte. Das Einzige, was den getrennten Schwestern noch Halt und Kraft im Leben gibt, ist die stete Hoffnung, dass es der jeweils anderen Schwester besser geht und die Hoffnung, sie irgendwann wieder zu sehen. Dass es sich bei den Banden zwischen Geschwistern um ganz besondere handelt, wurde schon in vielen Filmen thematisiert, doch nicht unbedingt in der Eindringlichkeit wie hier. Großen Anteil daran haben die beiden Hauptdarstellerinnen, die in ihren Rollen vollkommen aufgehen.

Brasilien / Deutschland 2019
Regie: Karim Aïnouz
Darsteller: Carolina Duarte, Júlia Stockler, Flávia Gusmão
139 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 26.12.

Buñuel im Labyrinth der Schildkröten

Die seltsame, aber wahre Geschichte von der Entstehung des dritten Films des Filmemachers Buñuel, dem Meister des Surrealen, realisiert als faszinierender Animationsfilm

Paris, 1930: Gemeinsam mit Salvador Dalí gehört Luis Buñuel zu den Hauptakteuren des Surrealismus. Mit ,Ein andalusischer Hund‘ wurde er 1928 berühmt, nach einem Skandal um seinen zweiten Film, ,Das goldene Zeitalter‘, haben sich Produzenten und Geldgeber jedoch von ihm abgewandt. Nur ein guter Freund, der Bildhauer Ramón Acín, hält zu ihm und verspricht ihm, bei einem Lotteriegewinn seinen nächsten Film zu finanzieren. Unglaublich aber wahr, doch das Glück ist tatsächlich auf seiner Seite: Acíns Lotterielos gewinnt – und Buñuels neuem Film steht nichts mehr im Weg: ,Las Hurdes - Land ohne Brot‘. So reist Buñuel mit Acín und einem kleinen Team in die verarmte Region Las Hurdes in der spanischen Extremadura, um das karge Leben der Bewohner zu dokumentieren...

Basierend auf der gleichnamigen Graphic Novel von Fermín Solís erzählt Regisseur Salvador Simó mit „Buñuel im Labyrinth der Schildkröten“ von der Entstehung des dritten Films von Luis Buñuel – eine faszinierende Episode der Filmgeschichte. Dabei zeigt Simó nicht nur, wie Buñuel sein Projekt mit höchst unorthodoxen Methoden umsetzt, er gewährt auch Einblicke in dessen Kindheit und verwebt die ausdrucksstarken Bilder seines Animationsfilms mit echtem Filmmaterial vom damaligen Dreh Buñuels. So entsteht das bewegende Portrait eines Künstlers, der seine Bestimmung sucht, und dessen Begegnung mit der Armut von Lars Hurdes zu einer einschneidenden Lebenserfahrung für ihn wird. Der Film lief auf zahlreichen Festivals und gewann u.a. den Spezialpreis der Jury beim diesjährigen Festival d’Animation Annecy, dem international bedeutendsten Filmfestival für Animationsfilme. Momentan ist er in der Kategorie „Bester Animationsfilm“ für den Europäischen Filmpreis nominiert.

Spanien / Niederlande u.a. 2018
Regie: Salvador Simó
80 Minuten


Voraussichtlich ab Donnerstag 26.12.

7500

Die Zahlenkombination 7500 ist in der internationalen Luftfahrt der Emergency Code für eine Flugzeugentführung.

Ein Flug von Berlin nach Paris. Alltägliche Arbeiten im Cockpit eines Airbus A319. Co-Pilot Tobias Ellis (Joseph Gordon-Levitt) bereitet routiniert den Abflug der Maschine vor. Der Start verläuft wie immer reibungslos. Doch dann hört man Geschrei in der Kabine. Eine Gruppe junger Männer, unter ihnen der achtzehnjährige Vedat (Omid Memar), versuchen ins Cockpit einzudringen. Es beginnt ein Kampf zwischen Besatzung und Angreifern, eine Zerreißprobe zwischen dem Wunsch, einzelne Leben zu retten und noch größeren Schaden abzuwenden. Die Cockpittür wird zum Kampfgebiet und Tobias gerät in die Position, über Leben und Tod entscheiden zu müssen…

Deutschland, Österreich 2019
Regie: Patrick Vollrath
Darsteller: Joseph Gordon-Levitt, Omid Memar, Aylin Tezel
92 Minuten
ab 12 Jahren


Voraussichtlich ab Donnerstag 16.1.

Der marktgerechte Mensch

Spätestens seit der großen Finanzkrise ist unser Arbeitsmarkt im Umbruch. Die soziale Marktwirtschaft und die über Jahrzehnte erstrittenen Solidarsystemen werden mehr und mehr ausgehebelt. Der sich immer weiter beschleunigende Wettbewerb bringt das gesamte gesellschaftliche Gefüge in Gefahr. Unser soziales Bindegewebe droht durch Verarmung, Vereinzelung und Entsolidarisierung zu zerbrechen

Nachdem Leslie Franke und Herdolor Lorenz sich in "Der marktgerechte Patient" (2018) kritisch mit dem akuten Zustand unseres Gesundheitssystems auseinandergesetzt haben, erzählt DER MARKTGERECHTE MENSCH anhand einer repräsentativen Auswahl von Fallbeispielen nun von den verheerenden Veränderungen unseres Arbeitsmarkts. Unsichere und prekäre Beschäftigungs-verhältnisse, Algorithmus-gesteuerte Arbeitsprozessen und Crowdworking haben unser Leben in den letzten Jahren rasant verändert - und nicht selten zu zerstörten Lebensläufen und psychischen Erkrankungen geführt. Der Film zeigt aber auch Solidarität zwischen jungen Menschen, die für einen Systemwandel eintreten, und stellt Betriebe vor, die nach dem Prinzip des Gemeinwohls wirtschaften. DER MARKTGERECHTE MENSCH will Mut machen und dazu motivieren, sich zusammenzuschließen und einzumischen. Denn ein anderes, gerechteres Leben ist möglich!

Dokumentarfilm
Deutschland 2019
Regie: Leslie Franke, Herdolor Lorenz


Voraussichtlich ab Donnerstag 6.2.

Intrige

Am 5. Januar 1895 wird der junge französische Offizier Alfred Dreyfus wegen Hochverrats in einer erniedrigenden Zeremonie degradiert und zu lebenslanger Haft auf die Teufelsinsel im Atlantik verbannt. Zeuge dieser Entehrung ist Marie-Georges Picquart, der kurz darauf zum Geheim-dienstchef der Abteilung befördert wird, die Dreyfus‘ angebliche Spionagetätigkeit für die Deutschen aufdeckte. Anfänglich überzeugt von Dreyfus‘ Schuld kommen Picquart allmählich Zweifel. Als weiterhin militärische Geheimnisse an die Deutschen verraten werden, erkennt er, dass der falsche Mann verurteilt wurde. Erschüttert informiert er seine Vorgesetzten, doch diese weisen ihn an, die Sache unter den Tisch fallen zu lassen. Entgegen seines Befehls ermittelt er weiter und gerät in ein gefährliches Labyrinth aus Verrat und Korruption, das nicht nur seine Ehre, sondern auch sein Leben in Gefahr bringt.

Frankreich, Italien 2019
Regie: Roman Polanski
Darsteller: Louis Garrel, Emmanuelle Seigner, Jean Dujardin
135 Minuten